Kur in Joachimsthal in Tschechien
Kur in Joachimsthal in Tschechien
Die kleine tschechische Kurstadt Jachymov (rund 3.200 Einwohner) liegt auf 672 m Höhe im Erzgebirge, und zwar im Tal des Flusses Weseritz, etwa 15 km nordöstlich von Karlsbad. Die Stadt Jachymov ist auch unter ihrem deutschen Namen Sankt Joachimsthal bekannt. Die Stadt, deren Bergwerke früher reiche Ausbeute brachten, ist heute ganz auf den Tourismus eingestellt. Neben gesundheitsbewussten Gästen, die eine Kurreise machen, kommen auch Wintersportler, Wanderer und Naturfreunde in die Stadt und die Region, wo sie gute Luft und eine idyllische Gebirgslandschaft mit Kiefernwäldern vorfinden.
Ein Kurort mit Tradition
Jachymov blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Erst seit rund einhundert Jahren spielen Kur und Tourismus eine wichtige Rolle in der Stadt. Die Ursprünge liegen im Bergbau. Wie auch anderswo im Erzgebirge wurde in der Gegend Silber gefunden. Das war um 1516. Schnell siedelten sich Bergleute im Tal der Weseritz an und bauten das Silber ab. Sie nannten zunächst das Tal, dann ihre neu entstehende Siedlung Sankt Joachimsthal. Sankt Joachimsthal erhielt schon 1519 die Stadtrechte. Die Silberbergwerke gaben reichen Ertrag. Von dem Silber wurden Münzen hergestellt, und zwar die "Joachimsthaler Münzen", die volkstümlich dann ganz einfach "Thaler" genannt wurden (daher die Bezeichnungen "Taler" und "Dollar"!). Leider ging die Silberausbeute immer mehr zurück. Die Stadt verarmte, viele Bewohner zogen weg. 1873 zerstörte ein Großbrand Sankt Joachimsthal fast gänzlich. Aber ein neuer Aufschwung ließ nicht lange auf sich warten! In den Schächten wurde zwar nur noch wenig Silber gefunden, jedoch konnten Metalle wie Uran, Blei und Kobalt abgebaut werden. Und das Uran, auch "Pechblende" genannt, eigentlich nur ein Abfallprodukt beim Silberabbau, brachte eine neue wissenschaftliche Erkenntnis! Im Uran entdeckte das berühmte Ehepaar Curie im Jahr 1898 das Radium! Nachdem bei Sankt Joachimsthal Thermalquellen mit radioaktivem Gehalt gefunden worden waren, stand der Entwicklung der Stadt zum Kurort nichts mehr im Wege. Ab 1906 begann der Kurbetrieb des "Radon-Kurbades" Sankt Joachimsthal.
Der Kurort heute
Die Thermalquellen von Jachymov spenden pro Minute etwa 400 Liter. Das Wasser der Quellen "Curie" und "Behounek" ist leicht radioaktiv. Dieses Wasser, das bei seinem Austritt aus der Erde 28 °C warm ist, wird für die traditionelle Kuranwendung, nämlich das radiumhaltige Wannenbad verwendet. Für das Wannenbad wird das Wasser auf 35 °C bis 37 °C erwärmt. Diese Kur ist empfehlenswert für Patienten mit Entzündungen in den Gelenken (Arthritis), mit Rheuma und Neuralgien. Auch zur Rehabilitation nach Unfällen können diese Kuranwendungen eingesetzt werden. Die Kurhotels bieten selbstverständlich auch andere Kuranwendungen wie z.B. Massagen, Wassergymnastik, Inhalation, Bewegungstherapie. Zahlreiche Hotels in und um Jachymov stehen den Kurgästen und anderen Touristen zur Auswahl. Eines der vornehmsten Häuser dürfte das Kurhotel "Radium Palace" sein. Das Vier-Sterne-Haus verfügt über mehrere Restaurants und zahlreiche Möglichkeiten für Kur, Wellness und Unterhaltung (u.a. ist ein Tanzsaal vorhanden!). Auch das Kurhotel "Akademik Behounek" (Drei-Sterne-Plus) und das Drei-Sterne-Hotel "Praha" besitzen eigene Kurabteilungen. Mit dem "Praha" ist das Hotel "Curie" verbunden. Beide Häuser stehen in der Stadtmitte. Auch das Hotel "Astoria" gehört zum Kurkomplex "Curie" und "Praha". Auch preiswertere Häuser wie etwa das "Luzice" und das "Dalibor" bieten Kur- und Spa-Anwendungen. Ein kleineres Gästehaus ist das "Jitrenka". Die Gäste dieses Hauses können die Einrichtungen des "Akademik Behounek" nutzen. Insgesamt sind Kuren in Tschechien heute preiswerter als in anderen Ländern. Eine Kurreise lohnt sich in jedem Fall!
Wellness und Sport
Jedes Kurhotel hat seine eigenen Angebote im Wellnessbereich. So besitzen mehrere Kurhotels (u.a. "Radium Palace" und "Praha") ein Hallenbad. Auch Sauna, Kosmetiksalon, Maniküre, Pediküre, Friseursalon sind in manchen der Hotels vorhanden. Aber auch außerhalb der Hotels bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für sportliche Betätigung. Wanderer und Radwanderer finden im Erzgebirge schöne Wege durch Wälder und Täler. In Jachymov sind Tennisplätze und Kegelbahnen vorhanden. Im Winter kommen die Skiläufer auf ihre Kosten: Für die Langläufer sind Loipen präpariert. Die Abfahrtsläufer finden am Hausberg von Jachymov, dem Keilberg, Pisten bis zur höchsten Schwierigkeitsstufe.
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele
Einen Ausflug auf den Keilberg, mit 1.244 m höchste Erhebung des Erzgebirges, sollte sich kein Tourist entgehen lassen. Eine Seilbahn führt hinauf. In Jachymov sind das Alte Rathaus (im Renaissancestil erbaut) und die spätgotische St.-Joachims-Kirche besonders sehenswert. Das Stadtmuseum zeigt die Geschichte der Münzprägung in Sankt Joachimsthal. Ziel eines Spaziergangs außerhalb der Stadt könnte die Schlossruine Freudenstein sein. Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut.
