Kur in Marienbad Tschechien
Kur in Marienbad Tschechien
Marienbad: Tschechisches Kurbad mit großer Tradition.
Marienbad ( tschechisch: Mariánské Lázně) ist ein 14.000-Einwohner-Städtchen in der westlichen Region der tschechischen Republik, im weltbekannten Bäderdreieck. Dieses an Bayern und Sachsen grenzende Gebiet ist seit Jahrhunderten berühmt für traditionsreiche Kurorte wie Karlsbad, Franzensbad, St. Joachimsthal und Marienbad.
Die Geschichte der in einem landschaftlich ebenso schönen wie ursprünglich abgeschiedenen Flusstal des Kaiserwaldes liegenden Kurstadt ist lange Zeit von Klosterherren bestimmt worden. Unweit des heutigen Stadtzentrums wurde Ende des 12. Jahrhunderts das Prämonstratenser-Stift Tepl in der quellen- und sumpfreichen Gegend als böhmisch-adlige Stiftung gegründet. Bereits im Mittelalter erkannten und nutzten die Mönche von Tepl und viele Bewohner der Umgebung die heilende Wirkung des örtlichen Quellwassers und Heilschlamms.
1807/08 wurden auf Initiative des Klosterarztes Dr. Nehr einige Badehäuser in der Nähe der Marienquelle gebaut und damit der Grundstein für den späteren Kurbetrieb gelegt. Auf dem bald „Marienbad“ genannten Gelände ließ der Abt von Tepl, Karl Kaspar Reitenberger, 1818 durch Trockenlegung der Sümpfe, Anlegung von Parks und Errichtung von Gebäuden systematisch einen kleinen Kurort erbauen.
Der Kurort wurde bald bekannt. Unter anderem kamen in der Frühzeit Marienbads Prominente wie Johann Wolfgang von Goethe oder Richard Wagner zur Kur. Eine ausgesprochen mondäne Periode des 1866 zur Stadt erhobenen Bads begann mit dem Anschluss des Ortes an die Eisenbahnverbindungen nach Wien und Prag. Eine Kur in Marienbad galt in den Kreisen der Oberschicht als überaus chic. Um 1900 stiegen sogar gekrönte Häupter wie der britische König Edward VII und der Landesherr von Böhmen, der österreichische Kaiser Franz Joseph I, in Marienbad ab. Auch nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Kurbetrieb im nun tschechoslowakischen Marienbad erfolgreich weitergeführt.
Durften sich in Marienbad zur Zeit des Sozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem verdiente tschechische und slowakische Werktätige eine Kur gönnen, so versucht man seit 1989 unter modernen Vorzeichen an die Traditionen des einst insbesondere bei ausländischen Gästen beliebten Nobelbades anzuknüpfen. Zahlreiche gepflegte Kureinrichtungen wie die berühmte Kurkolonnade oder die Singende Fontäne und liebevoll restaurierte Kurhotels mit teilweise prächtigen Fassaden zeugen von diesen Anstrengungen. So strahlen das um 1900 erbaute Grand Hotel Pacifik und das wegen seiner architektonischen Pracht als „Marienbader Perle“ bekannte Kurhotel Nove Lazne im neuen Glanz. Daneben gibt es viele weitere empfehlenswerte Kurhotels wie das Hotel Centralni Lazne, das Hvezda-Skalnik oder das Hotel Krivan, in denen der Marienbad-Gast sowohl komfortabel wohnen als auch eine hausinterne Kur machen kann.
Hauptanziehungspunkt des Kurbads waren und sind aber die über 100 Heilquellen im Stadtgebiet und der unmittelbaren Umgebung. Typisch für Marienbad ist die Vielfalt der Heilquellen mit unterschiedlichen Wasserzusammensetzungen, die die Behandlung eines großen Spektrums von Erkrankungen durch verschiedene Kuranwendungen möglich machen. So werden sowohl Trinkkuren als auch Kohlensäurebäder, Gasinjektionen oder Schlammbäder angeboten. Durch diese Anwendungen können Harnwege- und Nieren-, Nerven- und Atemwege-, Herz- und Kreislauferkrankungen behandelt werden. Des Weiteren können Krankheiten des Bewegungsapparates, der Verdauungsorgane, so wie Parodontose, Prostata, Potenzstörungen Probleme mit dem Stoffwechsel und gynäkologische Erkrankungen geheilt oder vorgebeugt werden. Außerdem werden postoperative onkologische Zustände behandelt.
Zum Erfolg einer Kur in Marienbad trägt auch die überaus reizvolle Mittelgebirgs-Umgebung des Städtchens bei. Das benachbarte, bis zu 980 Meter hohe Naturschutzgebiet Kaiserwald (Slavkovský les) ist durch Wanderwege hervorragend erschlossen und lädt zu erholsamen Spaziergängen in böhmischer Natur ein.
